Ein Termin lässt sich nicht vollständig mit der Tastatur buchen.
Grundlagen
Digitale Barrierefreiheit
Digitale Barrierefreiheit bedeutet, dass digitale Inhalte so entwickelt und gestaltet wurden, dass alle Menschen sie ohne Probleme nutzen können. Auch mit einem sogenannten Screenreader, Tastatur, Vergrößerung, Sprachsteuerung oder anderen Hilfsmitteln.
Niemand darf ausgeschlossen werden, weil ein digitales Angebot schlecht gemacht ist.
Digitale Barrieren sind Hindernisse in einer Website, App oder Datei. Sie entstehen meistens, wenn unterschiedliche Arten des Umgangs mit Geräten nicht bei der Konzeptionierung eines digitalen Angebots berücksichtigt oder etablierte Standards nicht eingehalten werden.
Das betrifft letztlich vor allem Menschen, die nicht sehen, nicht hören, keine Maus nutzen können, Informationen anders verarbeiten oder auf andere Arten und Weisen oder je nach Situation eingeschränkt sind.
Moderne Technik hat Menschen mit Behinderung enorm viele Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung gebracht und die Gesellschaft insgesamt inklusiver werden lassen, nicht zuletzt weil viele Dinge erstmals unabhängig erledigt werden können. Digitale Barrierefreiheit stellt sicher, dass diese Möglichkeiten auch genutzt werden können.
Auch Staaten haben das erkannt und teilweise schon vor über 20 Jahren Gesetze erlassen, die heute EU-weit, in den USA oder der Schweiz jede öffentliche und viele private Stellen zur Einhaltung der Barrierefreiheits-Standards verpflichten.
Barrierefreiheit umsetzen mit den WCAG.
WCAG steht für Web Content Accessibility Guidelines. Der Standard des World Wide Web Consortiums beschreibt, worauf es bei Inhalten und deren technischer Gestaltung ankommt. Er ist in vier Prinzipien gegliedert.
Wahrnehmbar
Informationen müssen so angeboten werden, dass Menschen sie wahrnehmen können. Dazu gehören zum Beispiel Alternativtexte, Untertitel, gute Kontraste und Text, der sich stark vergrößern lässt.
Bedienbar
Alle Funktionen müssen erreichbar sein, auch ohne Maus oder per Touchscreen. Der Tastatur-Fokus muss gut sichtbar sein, und Menschen dürfen nicht durch Zeitdruck ausgeschlossen werden.
Verständlich
Menschen müssen jederzeit verstehen, was genau passiert und was sie als nächstes tun können oder sollen. Navigation und Formulare brauchen hilfreiche Bezeichnungen und Fehlermeldungen.
Robust
Websites müssen mit verschiedenen Browsern, Geräten und Hilfsmitteln zuverlässig funktionieren. Dafür braucht es sauberen Code und eine gut erkennbare Struktur.
Barrierefreiheit prüfen.
Geprüft wird digitale Barrierefreiheit über Erfolgskriterien, die jeweils einem Prinzip der WCAG zugeordnet sind. Zum Beispiel: Hat ein Bild eine Textalternative? Funktioniert ein Formular mit der Tastatur? Ist ein Button auch für Hilfsmittel richtig benannt oder nur visuell auf dem Bildschirm?
- A
- Das sind Grundanforderungen. Wenn sie fehlen, sind wichtige Inhalte oder Funktionen oft gar nicht nutzbar.
- AA
- Das ist die Zielmarke für rechtliche Anforderungen weltweit. Hier geht es zum Beispiel um Kontraste oder Unterstützung bei Fehlern,.
- AAA
- Das sind strengere Kriterien. Sie sind nicht immer für ganze Angebote realistisch, helfen aber als Orientierung für bessere Zugänglichkeit.
Hilfe zur Selbsthilfe
Die besten Ressourcen sind kostenlos.
Diese Ressourcen kommen direkt von den Standardisierungsgremien, sind frei zugänglich und werden aktiv gepflegt. Nutze sie, um selbst Kompetenz aufzubauen, denn je mehr du sie verinnerlichst, desto leichter fällt auch die Umsetzung. Als staatliche Stelle kannst du auch die Beratungsangebote der Bundesfachstelle Barrierefreiheit, der BFIT Bund oder den entsprechenden Stellen in deinem Bundesland in Anspruch nehmen.
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