Staatliches Gutachten zur digitalen Barrierefreiheit

Servicestandard

Nutzbarkeit mit unterschiedlichen Behinderungen

Blindheit Mit Hindernissen nutzbar

Mehrere gravierende Screenreader-Probleme (Alternativtexte, Linkzweck, Struktur, Reihenfolge, Seitentitel) beeinträchtigen Orientierung und Formularnutzung deutlich.

Sehbehinderung Mit Hindernissen nutzbar

Fehlende sichtbare Fokusindikatoren und Skiplinks erschweren Tastaturnutzung, ansonsten sind primär semantische statt visuelle Mängel beschrieben.

Hörbehinderung Fast barrierefrei

Es gibt keine Hinweise auf Audioinhalte; die beschriebenen Probleme betreffen überwiegend Screenreader, Tastatur und Formulare.

Motorische Behinderung Mit Hindernissen nutzbar

Navigation ist grundsätzlich per Tastatur möglich, aber fehlende Skiplinks, teilweise Fokusprobleme und fehlende Escape-Funktion in der Navigation erschweren die Bedienung deutlich.

Lernbehinderung Mit Hindernissen nutzbar

Unklare Linktexte, unzureichende Fehlerkennzeichnung und Pflichtfeldmarkierung können Verständnis und Fehlerkorrektur erschweren, die Grundstruktur ist aber im Wesentlichen vorhanden.

Neurodivergenz Mit Hindernissen nutzbar

Mangelnde Orientierungshilfen (Seitentitel, Skiplinks, teils Überschriftenstruktur) und unklare Links können die kognitive Last erhöhen, ohne die Seite völlig unbenutzbar zu machen.

Dokumentierte Barrieren

  • Menü lässt sich nicht sauber schließen

    Die aufklappbare Seitennavigation lässt sich nicht per Escape-Taste schließen und der Fokus springt danach nicht zuverlässig zur auslösenden Schaltfläche zurück. Für Tastaturnutzende kann sich das Menü dadurch wie ein festhängender Bereich anfühlen.

    Auswirkung: Ich kann in der Navigation feststecken oder verliere die Orientierung im Fokus. Das erschwert mir das Weiterklicken auf andere Inhalte deutlich.

  • Fehlerhinweise verschwinden zu schnell

    Fehlermeldungen erscheinen nur kurz als Tooltip und sind nicht dauerhaft sichtbar mit dem betroffenen Feld verknüpft. Wenn ich ein Formular falsch ausfülle, kann ich die Ursache leicht übersehen oder nicht mehr zuordnen.

    Auswirkung: Ich muss Fehlversuche wiederholen und weiß nicht sicher, was ich korrigieren soll. Das verlängert die Bearbeitung und kann Formulare praktisch unbenutzbar machen, wenn ich auf Hilfetexte angewiesen bin.

  • Pflichtfelder nicht eindeutig markiert

    Pflichtfelder sind nicht sowohl sichtbar als auch programmatisch klar gekennzeichnet. Beim Ausfüllen kann ich daher nicht sicher erkennen, welche Angaben zwingend sind.

    Auswirkung: Ich überspringe möglicherweise notwendige Felder oder erhalte vermeidbare Fehlermeldungen. Das erschwert besonders die Formularbearbeitung mit Screenreader oder kognitiven Einschränkungen.

  • Navigation nicht schnell überspringbar

    Am Seitenanfang fehlen Sprunglinks, mit denen ich wiederkehrende Bereiche wie Navigation oder Kopfbereich direkt überspringen kann. Dadurch muss ich beim Wechsel zwischen Seiteninhalten immer wieder dieselben Elemente durchlaufen.

    Auswirkung: Ich brauche mit Tastatur oder Screenreader länger bis zum eigentlichen Inhalt. Das macht die Nutzung unnötig mühsam, besonders bei mehreren Seiten hintereinander.

  • Unklare Linktexte ohne Zielbeschreibung

    Mehrere Links sind nur allgemein benannt und sagen nicht eindeutig, wohin sie führen. Ohne klare Zielbeschreibung kann ich den passenden Link nicht sicher auswählen.

    Auswirkung: Ich muss Links erst öffnen, um ihr Ziel zu prüfen, und komme dadurch langsamer ans Ziel. Das erhöht die Fehlbedienungsgefahr, besonders mit Screenreader.

  • Logo ist für Screenreader nicht eindeutig

    Das Logo hat keinen präzisen Alternativtext, der Name und Funktion erklärt. Für Screenreader-Nutzende ist dadurch nicht klar, dass es sich um einen Link zur Startseite handelt.

    Auswirkung: Ich kann die Startseite schlechter finden und verliere Orientierung im Seitenkopf. Das kostet Zeit und kann zu Fehlklicks führen.

  • Reihenfolge und Umfang von Inhalten schwer erkennbar

    Wichtige Zählangaben wie „Kriterium 1 von 13“ sind nicht zuverlässig Teil des zugänglichen Textes. Außerdem sind Jahreszahlen und Inhalte so angeordnet, dass die chronologische Reihenfolge für Screenreader nicht sicher nachvollziehbar ist.

    Auswirkung: Ich kann die Struktur und den Umfang der Inhalte schlechter erfassen. Dadurch wird es schwieriger, Angebote oder Kriterien systematisch zu überblicken.

  • Barrierefreiheitserklärung schwer auffindbar oder unvollständig

    Die Barrierefreiheitserklärung ist nicht ausreichend klar benannt, nicht leicht erreichbar oder enthält die geforderten Angaben nicht vollständig. Dadurch kann ich wichtige Informationen zu Einschränkungen und Kontaktwegen zur Barrierefreiheit schwer finden.

    Auswirkung: Ich erfahre schlechter, welche Inhalte noch nicht barrierefrei sind und wie ich Probleme melden kann. Das erschwert mir die selbstständige Nutzung und das Einfordern von Unterstützung.

  • Redundante doppelte Links im Kopfbereich

    Logo und Text sind offenbar als getrennte, aber inhaltlich gleiche Links vorhanden. Dadurch muss ich als Tastatur- oder Screenreader-Nutzende doppelt prüfen, wohin ein Link führt.

    Auswirkung: Ich brauche mehr Schritte für dieselbe Aufgabe und kann mich im Kopfbereich unnötig verheddern. Das verschlechtert die Orientierung und Bediengeschwindigkeit.

  • Hinweis auf neues Fenster nicht verständlich

    Links, die in einem neuen Fenster öffnen, sind visuell nur über ein Symbol angedeutet, das nicht sinnvoll erklärt wird. Für Screenreader-Nutzende fehlt damit die klare Warnung vor einem Kontextwechsel.

    Auswirkung: Ich kann überrascht werden, wenn plötzlich ein neues Fenster aufgeht, und verliere dann leichter den Überblick. Das stört besonders bei sensiblen Aufgaben wie Kontakt- oder Informationsrecherche.

  • Seitentitel hilft nicht bei mehreren Tabs

    Der Browser-Titel enthält offenbar nicht immer sowohl den Seitennamen als auch den Namen der Website. Wenn ich mehrere Tabs offen habe, kann ich Seiten dadurch schlechter unterscheiden.

    Auswirkung: Ich muss Tabs einzeln prüfen, um die richtige Seite wiederzufinden. Das kostet Zeit und erschwert die Orientierung im Browser deutlich.

Hinweis: Diese Zusammenfassung mit generativer KI basiert auf den Informationen aus diesem Gutachten. Künstliche Intelligenz kann Inhalte nicht automatisch barrierefrei machen oder Prüfungen durchführen. Behinderungen sind komplex und mehrschichtig, weshalb diese Analysen nicht zutreffen müssen.

Technische Umgebung

OS
Windows 11
Browser
Chrome 140.0.7339.208
Screenreader
NVDA
Tools
Color Contrast Analyser (CCA), PDF Accessibility Checker (PAC), Chrome web inspector, NVDA ScreenReader, HeadingsMap (Chrome), Landmark Navigation (Chrome)
  • www.servicestandard.gov.de Web-Angebot öffnen
  • https://servicestandard.gov.de/din-spec-66336/
  • https://servicestandard.gov.de/kriterien/13-rechtliche-huerden-erkennen-und-regelungen-verbessern/
  • https://servicestandard.gov.de/feedback-und-kontakt/
  • https://servicestandard.gov.de/ueber/

Prüfkriterien

Nicht bestanden

Kriterium Status Notizen
Blöcke überspringen nicht bestanden Skiplinks müssen am Seitenanfang eingefügt werden, sodass Tastaturnutzende wiederkehrende Bereiche überspringen können (z. B. durch einen fokussierbaren Link href="#maincontent").
Tastatur nicht bestanden Die aufklappbare Seitennavigation muss sich auch über die Escape-Taste schließen lassen und danach der Fokus zur auslösenden Schaltfläche zurückkehren.
Fehlerkennzeichnung nicht bestanden Fehlermeldungen dürfen nicht nur als kurzlebige Tooltips erscheinen, sie müssen dauerhaft sichtbar sein und programmatisch mit dem jeweiligen Eingabefeld (z. B. aria-describedby) verknüpft werden.
Nicht-Text-Inhalt nicht bestanden Das Logo benötigt einen präzisen Alternativtext, der Name und Funktion (z. B. Link zur Startseite) beschreibt, damit Screenreader-Nutzende die Orientierung erhalten.
Linkzweck (im Kontext) nicht bestanden Entweder Logo und Text in einem Link zusammenfassen oder nur einen Link anbieten, um redundante doppelte Sprünge für Tastatur- und Screenreader-Nutzende zu vermeiden.
Linkzweck (im Kontext) nicht bestanden Der Linktext muss den Zielinhalt oder Zweck eindeutig benennen, z. B. „Startseite des Servicestandard“, statt generischer Begriffe wie „Servicestandard“.
Info und Beziehungen nicht bestanden Wichtige Zahlen, etwa „Kriterium 1 von 13“, müssen Teil des Linktextes oder in einem aria-label sein, damit Screenreader-Nutzende Reihenfolge und Anzahl erkennen.
Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen nicht bestanden Pflichtfelder sind sowohl im Code (required oder aria-required) als auch visuell (z. B. mit Sternchen und erklärendem Text) deutlich zu kennzeichnen.
Nicht-Text-Inhalt nicht bestanden Pfeilsymbole, die visuell neue Fenster anzeigen, müssen für Screenreader ausgeblendet werden; die Zusatzinformation „öffnet in neuem Fenster“ sollte über aria-label oder zusätzlichen Text bereitgestellt werden.
Bedeutungsvolle Reihenfolge nicht bestanden Jahreszahlen müssen im Quellcode vor dem zugehörigen Textblock stehen (z. B. als Überschrift oder Listenelement), damit Screenreader die chronologische Reihenfolge korrekt ausgeben.
Eingabezweck bestimmen nicht bestanden Eingabefelder benötigen das autocomplete-Attribut (z. B. autocomplete="given-name", "email"), damit der Zweck programmatisch übermittelt wird und Autofill/Assistive Technologie korrekt arbeiten.
Seite mit Titel nicht bestanden Der HTML-<title> muss sowohl den Unterseitennamen als auch den Websitennamen enthalten (z. B. „Kontakt – Servicestandard“), damit Personen mit mehreren Tabs Orientierung erhalten.
Barrierefreiheitserklärung formal geprüft
Barrierefreiheitserklärung formal geprüft
nicht bestanden Die Barrierefreiheitserklärung muss klar benannt, leicht erreichbar verlinkt und um Bewertung, nicht barrierefreie Inhalte, Prüfmethode sowie Aktualisierungsdatum ergänzt werden.

Im Wesentlichen bestanden

Kriterium Status Notizen
Fokus sichtbar im Wesentlichen bestanden Der Fokusrahmen darf nicht durch Containerränder oder overflow:hidden abgeschnitten werden, damit Tastaturnutzende stets erkennen, welches Element aktiv ist.
Info und Beziehungen im Wesentlichen bestanden Die Überschriftenstruktur soll stufenweise (h1 → h2 → h3) aufgebaut sein, damit die inhaltliche Hierarchie für assistive Technologien nachvollziehbar bleibt.
Verschiedene Möglichkeiten im Wesentlichen bestanden Auch wenn aktuell keine Suche existiert, sollte geprüft werden, ob bei Wachstum der Inhalte eine Suchfunktion sinnvoll ergänzt wird sowie Sitemap und Navigation verständlich strukturiert sind.

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