Grimme Online Award

10.10.2026 · Team BarrierenWatch · ca. 3 Min. Lesezeit

BarrierenWatch für Grimme Online Award 2026 nominiert

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Das Grimme-Institut hat heute auf der re:publica in Düsseldorf die Nominierungen für den Grimme Online Award 2026 bekanntgegeben. BarrierenWatch ist in der Kategorie „Spezial“ ebenfalls unter den Nominierten und wurde aus knapp 600 Einreichungen ausgewählt. Die Preisverleihung findet am 1. Dezember in Essen statt.

Die Nominierung für diesen prestigeträchtigen Award ist für unsere Arbeit eine große Anerkennung. Mit BarrierenWatch wollen wir sichtbar machen, wo und warum Menschen mit Behinderung im Netz ausgeschlossen werden. Dafür sammeln und analysieren wir Prüfberichte zur Barrierefreiheit öffentlicher Stellen, machen die Ergebnisse öffentlich zugänglich, recherchieren und forschen zu strukturellen Problemen und unterstützen Menschen dabei, Barrieren zu melden und ihre Rechte durchzusetzen. Dafür organisieren wir uns seit einigen Wochen als gemeinnütziger Verein und positionieren uns als neue NGO für Behindertenrechte. Zu unseren Gründungsmitgliedern zählen unter Anderem die seit vielen Jahren bekannte Politikerin und Bloggerin Julia Probst, die Software-Entwicklerin und Branchenexpertin Nina Gerling, die Journalistin Casey Kreer, die Behindertenvertreterin Sabine Lohner, sowie zahlreiche weitere Menschen mit Behinderung aus den verschiedensten Bereichen wie Bibliotheken, der Musik, aus der Verwaltung, der Pflege, IT, Schulen und mehr.

Unsere Auswertung von 1.184 Prüfberichten aus den Jahren 2021 - 2025 zeigt, wie viel davon noch nötig ist: Kein einziges Angebot erfüllt die gesetzlichen Vorgaben, die teilweise schon seit über 20 Jahren gelten. Wie wir kürzlich gezeigt haben, sieht die Bundesregierung dabei keinen Handlungsbedarf, und auch die Beschaffung von neuen, barrierefreien Digitalprodukten sorgt durch Kompetenzmängel in de Behörden für einenvöllig inakzeptablen Zustand einzelner Angebote. BarrierenWatch will deshalb nicht bei der Feststellung von Problemen aufhören. Wir wollen nachvollziehbar machen, wer für die Umsetzung eines durch die UN-BRK garantierten Menschenrechts verantwortlich ist, welche gesetzlichen Verpflichtungen überhaupt bestehen und wie sie durchgesetzt werden können, und was passiert, wenn Barrieren gemeldet werden. Einige unserer inzwischen knapp 100 öffentlich dokumentierten Meldungen haben bereits zu direkten Verbesserungen für Menschen mit Behinderung geführt, wieder andere zu Schlichtungsverfahren oder weitergehenden Recherchen.

Mit wissenschaftlichen Methoden untersuchen wir auch den strukturellen Einfluss von künstlicher Intelligenz auf die Barrierefreiheit von Digitalangeboten. Mit WebAccessBench konnten wir zum Jahresanfang zeigen, dass die modernsten KI-Systeme bei einfachsten Aufgaben im Durchschnitt mehr als drei automatisiert erkenn- und vermeidbare Barrieren erzeugen, ca. zweimal so viel wie menschliche Entwickler*innen.

Die Nominierung für den Grimme Online Award ist für uns deshalb auch eine Bestätigung unseres einzigartigen Ansatzes im Bereich der Behinderten-Selbstvertretung. Wir verbinden Methoden des Journalismus, des Aktivismus und der Wissenschaft für die Durchsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderung, die unserer Ansicht nach immer wieder mit Füßen getreten werden und politisch immer noch abseits des „Mainstreams“ verhandelt werden, als seien sie eine nette Zusatzleistung und nicht relevant für die Mitte der Gesellschaft. Unsere Mitglieder gehören dafür seit Jahren bewusst zu netzpolitische Communities rund um Chaos Computer Club, Piratenpartei, Bitkom und vielen weiteren, um diese Anliegen dort einzubringen, wo sie eigentlich niemand vermutet, aber wo Menschen sind, die weitere Expertise in der Digitalpolitik mitbringen.

Ein Grimme Online Award für BarrierenWatch wäre auch ein starkes Signal an die Politik. Digitale Barrierefreiheit gehört ins Zentrum der digitalen Öffentlichkeit. Wir sind jetzt da, und wir wollen gewinnen.

Ab dem 16. Oktober könnt ihr auf der Website des #goa2026 auch für BarrierenWatch im Publikumsvoting abstimmen, worüber wir uns sehr freuen würden. Postet auch gerne über uns auf Social Media!

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BarrierenWatch wird ehrenamtlich betrieben und finanziert sich über Steady-Mitgliedschaften von Menschen wie dir, die Barrierefreiheit und Inklusion voranbringen möchten. Hinter dem Projekt stehen Menschen mit Behinderung, die seit Jahren im Bereich der digitalen Barrierefreiheit oder als Aktivist*innen aktiv sind. Aktuell sind wir im Prozess der Gründung eines gemeinnützigen Vereins, der dieses Engagement beheimaten soll.

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