Staatliches Gutachten zur digitalen Barrierefreiheit

Bundesverwaltungsamt (www.bva.bund.de)

Nutzbarkeit mit unterschiedlichen Behinderungen

Blindheit Mit Hindernissen nutzbar

Fehlende robuste Namen/Rollen, unzureichende Fehlerkennzeichnung und fehlerhafte PDF-Struktur erschweren Screenreader-Nutzung deutlich, machen sie aber nicht vollständig unmöglich.

Sehbehinderung Kaum nutzbar

Sehr schwacher Nicht-Text-Kontrast, unsichtbarer Fokus und Probleme beim Reflow bei 320px beeinträchtigen Nutzung mit Sehrest oder Vergrößerung stark.

Hörbehinderung Fast barrierefrei

Es werden keine audioabhängigen Funktionen oder Probleme beschrieben, daher ist die Nutzung für Gehörlose überwiegend uneingeschränkt möglich.

Motorische Behinderung Mit Hindernissen nutzbar

Tastaturfokus ist schlecht sichtbar und Zustände von Menüs/Tabs sind nicht klar programmatisch erkennbar, was Tastaturnutzer deutlich einschränkt, aber Bedienung grundsätzlich erlaubt.

Lernbehinderung Mit Hindernissen nutzbar

Inkonsistente mobile Navigation, unverständliche Bezeichnungen und schwache Fehlerübersicht erhöhen den kognitiven Aufwand und erschweren Orientierung und Formulare.

Neurodivergenz Mit Hindernissen nutzbar

Variierende Navigationsebenen, schlecht sichtbarer Fokus und wenig transparente Zustände erschweren strukturierte Orientierung, lassen aber bei ausreichender Kompensation eine Nutzung noch zu.

Dokumentierte Barrieren

  • Inhalte fehlen bei starker Vergrößerung

    Bei schmalen Ansichten werden wichtige Auswahlen und der Button zum Suchen von Ansprechpartnern zunächst ausgeblendet. Damit sind zentrale Inhalte auf kleineren Bildschirmen oder bei starker Vergrößerung nicht direkt verfügbar.

    Auswirkung: Ich kann die Seite bei Vergrößerung nicht vollständig nutzen und muss oft weiter suchen oder zoomen. Wichtige Funktionen sind dadurch nur umständlich erreichbar.

  • Fehlermeldungen zeigen nicht alle Formularfehler

    Fehlerhafte Pflichtfelder werden nur einzeln und über die Browser-Standardmeldung markiert. Weitere Fehler bleiben unerkannt, und die Hinweise verschwinden wieder, sobald der Fokus wechselt.

    Auswirkung: Ich bekomme keine verlässliche Übersicht über alle Eingabefehler. Dadurch kann ich Formulare nur schwer korrigieren und muss Fehler mühsam einzeln suchen.

  • Tastaturfokus ist kaum sichtbar

    Der Fokus auf Tabs und teilweise auf Textlinks ist visuell nur sehr schwach erkennbar. Wer per Tastatur navigiert, kann die aktuelle Position auf der Seite leicht verlieren.

    Auswirkung: Ich sehe oft nicht, welches Element gerade aktiv ist. Dadurch navigiere ich langsamer und kann leicht falsche Aktionen auslösen.

  • Bedienelemente sind für Screenreader falsch beschrieben

    Ein Tab-Bereich ist technisch unvollständig ausgezeichnet, und Menü- sowie Suchzustände werden nicht zuverlässig ausgegeben. Dadurch werden Schaltflächen und Reiter von Screenreadern teilweise falsch oder unklar verstanden.

    Auswirkung: Ich weiß nicht sicher, was ein Element genau ist und ob ein Menü offen oder geschlossen ist. Das erschwert mir die Navigation und kann dazu führen, dass ich Inhalte übersehe.

  • PDF-Dokumente sind schlecht lesbar mit Screenreader

    Das geprüfte PDF enthält keine brauchbaren Alternativtexte und eine unklare Listenstruktur. Dadurch werden Inhalte in der Dokumentansicht nicht sinnvoll vorgelesen.

    Auswirkung: Ich kann die Informationen im PDF nur schwer verstehen und muss Absätze oder Listen oft erraten. Für mich ist das Dokument damit deutlich weniger nutzbar.

  • Schlecht erkennbare Eingabefelder

    Die Eingabefelder heben sich visuell kaum vom Hintergrund ab. Dadurch sind Formularbereiche für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen schwer zu erkennen.

    Auswirkung: Ich finde die Felder nicht zuverlässig und weiß nicht immer, wo ich tippen soll. Das macht Formulare deutlich mühsamer und fehleranfälliger.

  • Seite ist technisch fehlerhaft aufgebaut

    Die Startseite enthält mehrere HTML-Fehler, darunter doppelte IDs. Solche Strukturschäden können dazu führen, dass assistive Technologien Inhalte nicht zuverlässig erfassen oder ansprechen.

    Auswirkung: Ich erlebe die Seite als unzuverlässig, weil Bedienelemente oder Inhalte falsch zugeordnet werden können. Das kann einzelne Funktionen schwer nutzbar machen.

  • Unklare Navigation auf Mobilgeräten

    Die mobile Hauptnavigation öffnet jeweils nur die aktuell aktive Ebene. Dadurch ändern sich sichtbare Menüpunkte je nach Standort und die Orientierung wird schwieriger.

    Auswirkung: Ich muss mich jedes Mal neu zurechtfinden, wenn ich tiefer in der Navigation bin. Das kostet Zeit und erhöht das Risiko, die gewünschte Seite zu verpassen.

  • Unverständliche englische Bezeichnung in Alternativtexten

    Einige Bedienelemente werden mit dem englischen Begriff „Flyout“ beschrieben. Für deutschsprachige Nutzer ist das nicht immer verständlich.

    Auswirkung: Ich verstehe nicht sofort, welche Funktion ein Element hat. Das kann mich beim Bedienen unnötig verunsichern und verlangsamen.

Hinweis: Diese Zusammenfassung mit generativer KI basiert auf den Informationen aus diesem Gutachten. Künstliche Intelligenz kann Inhalte nicht automatisch barrierefrei machen oder Prüfungen durchführen. Behinderungen sind komplex und mehrschichtig, weshalb diese Analysen nicht zutreffen müssen.

Technische Umgebung

OS
Windows 10 Enterprise (Version 1909)
Browser
Firefox (Version 88.0.1)
Screenreader
NVDA (Version 2020.3)
Auflösung
1280 × 1024
Tools
Colour Contrast Analyser (Version 3.1.1), PDF Accessibility Checker 3 (Version 3.0.7.0)

Prüfkriterien

Nicht bestanden

Kriterium Status Notizen
4.9.1.4.11
Nicht-Text-Kontrast
nicht bestanden Die abgebildeten Eingabefelder heben sich mit einem Kontrastverhältnis von ca. 1,1:1 nicht vom Hintergrund ab. Der Mindestkontrast von 3:1 wird deutlich unterschritten, was besonders fehlsichtigen Nutzern den Zugang erschwert.
4.9.2.4.7
Fokus sichtbar
nicht bestanden Der Tastaturfokus auf den Tabs wird lediglich durch einen weißen Unterstrich mit Kontrast 1:1 dargestellt und ist deshalb nicht deutlich genug. Auch bei Textlinks im Fließtext ist die visuelle Markierung nicht immer erkennbar, sodass Tastaturnutzer den Fokus schwer verfolgen können.
4.9.3.3.1
Fehlerkennzeichnung
nicht bestanden Fehlerhafte Pflichtfelder werden ausschließlich durch die Browser-Standardmeldung markiert. Es werden nur einzelne Felder gekennzeichnet, die Meldung verschwindet bei Verlust des Fokus, und weitere fehlerhafte Felder bleiben unerkannt, sodass insbesondere blinde Nutzer keine Übersicht über alle Eingabefehler erhalten.
4.9.4.1.1
Syntaxanalyse
nicht bestanden Das HTML der Startseite enthält zahlreiche vom W3C-Checker gemeldete Fehler (u. a. doppelte IDs). Solche Syntaxprobleme erschweren assistiven Technologien die zuverlässige Interpretation des Inhalts.
4.9.4.1.2
Name, Rolle, Wert
nicht bestanden Das Modul „Services des BVA“ hat zwar role="tablist", die einzelnen Tabs besitzen jedoch keine role="tab" und werden von Screenreader-Nutzern als Links interpretiert; zudem geben Hauptmenü und Suchsteuerung den Zustand (ausgeklappt/eingeklappt) nicht programmgesteuert aus, bzw. erst nach erneutem Ansteuern.
4.14
Ergebnisse der Überprüfung von Dokumenten
nicht bestanden Das PDF „Fragenkatalog_Sachkunde_ohneAntworten“ hat keine Alternativtexte und keine sinnvolle Reihenfolge von Listen; der PDF Accessibility Checker meldet strukturelle Auszeichnungsmängel. Auch beim Screenreader beobachtete man, dass Listen unverständlich vorgelesen werden.

Im Wesentlichen bestanden

Kriterium Status Notizen
4.9.1.1.1.a
Alternativtexte für Bedienelemente
im Wesentlichen bestanden Die markierten Bedienelemente nutzen den Begriff „Flyout“ in den Alternativtexten; für manche Nutzergruppen ist diese englische Bezeichnung nicht verständlich. Eine eindeutige deutschsprachige Beschreibung würde die Verständlichkeit erhöhen.
4.9.1.4.10
Automatischer Umbruch (Reflow)
im Wesentlichen bestanden Bei einer Fensterbreite von 320 Pixeln (bzw. starken Vergrößerung) werden Listenauswahlen auf der Trennungsgeld-Seite und der Button „Ansprechpartner suchen“ beim ersten Laden ausgeblendet, sodass Inhalte nur teilweise verfügbar sind.
4.9.3.2.3
Konsistente Navigation
im Wesentlichen bestanden Die mobile Hauptnavigation wird jeweils auf der gerade aktiven Ebene geöffnet. Dadurch variieren die sichtbaren Einträge abhängig von der aktuellen Position, der kognitive Aufwand zur Orientierung steigt und blinde bzw. kognitiv einschränkte Nutzer verlieren leichter die Orientierung.

Möglicherweise verwandte Prüfungen

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