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Wir nutzen ein Tool, das die Barrierefreiheit sicherstellen soll. Reicht das nicht?

Nein, leider nicht. Solche sogenannten „Overlays“ sind zur Sicherstellung der digitalen Barrierefreiheit wenig effektiv. Forschung zeigt, dass sie von einer überwiegenden Mehrheit der Betroffenen abgelehnt werden und sie die Barrierefreiheit sogar erheblich und aktiv beeinträchtigen können. Leider können die Firmen hinter solchen Produkten auf große Budgets zur Bewerbung ihrer Lösungen zurückgreifen und haben insbesondere in Deutschland in den letzen Jahren stark an Verbreitung gewonnen.

Bevor Sie ein solches Tool in Ihre Seite integrieren, fragen Sie sich bitte zuerst, wie Nutzende zum Beispiel mit Sehbehinderung Ihre Seite ohne dieses Werkzeug überhaupt erreichen können. Dafür sind Anpassungen in den Betriebssystemen notwendig, die von allen Seiten gleichermaßen unterstützt werden müssen. Diese sind in offiziellen Standards wie den WCAG beschrieben. Die Overlays fungieren in diesem Sinne oft nur als „Pflaster“. Die Seite muss auch ohne diese Tools vollständig barrierefrei nutzbar sein. Dies geht auch weit über visuelle Anpassungen für Sehbehinderte hinaus.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite des Overlay Factsheet. Dort sind auch die deutschen Anbieter Eye-Able und DIGIaccess aufgeführt, es gibt aber noch einige weitere vergleichbare.

Auch der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V., das European Disability Forum und die BFIT Bund raten eindringlich von der Nutzung solcher Produkte ab.